Frequently Asked Questions

Antworten auf Ihre Fragen

FAQ: Abmahnwelle aufgrund des Einsatzes von Google Fonts

Gibt es einen Grund zur Panik? 

Ein niederösterreichischer Rechtsanwalt hat serienweise Abmahnschreiben an diverse Unternehmen und Vereine verschickt. Der Inhalt: eine Abmahnung wegen des angeblich rechtswidrigen Einsatzes der von Google zur Verfügung gestellten Google Fonts auf Websites, und die dadurch verursachte Weitergabe der IP-Adressen der Nutzer*innen an Google. Dazu noch eine Forderung von Schadenersatz und Kostenersatz für das Abmahnschreiben – und die Drohung mit einer Klage, falls nicht gezahlt wird.

Sollten auch Sie eine solche Abmahnung erhalten haben, besteht kein Grund, aus Angst vor der angeblich drohenden Klage die geforderte Summe vorschnell zu bezahlen. Prüfen Sie zunächst einmal, ob Sie überhaupt Google Fonts auf Ihrer Website im Einsatz haben (das war nämlich nicht bei allen abgemahnten Websitebetreibern der Fall). Und selbst wenn Sie die Schriftarten verwenden, heißt das noch lange nicht, dass Sie auch rechtswidrig handeln. Zum einen können die Schriftarten lokal eingebunden sein, wobei keine Datenübertragung stattfindet. Zum anderen gibt es aus Österreich noch keine Entscheidung der Datenschutzbehörde zu diesem Tatbestand; die Abmahnungen scheinen ihre Ursache in einem Urteil eines deutschen Landesgerichts zu haben. Eine klare Beurteilung des Risikos, eine solche Abmahnung zu ignorieren, ist daher nicht möglich – es handelt sich beim Einsatz von Google Fonts aber keinesfalls um eine eindeutige Verletzung der DSGVO.

Um auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen wir, Google Fonts lokal auf der Website einzubinden. Dabei findet keine Datenübertragung und somit definitiv kein Verstoß gegen die DSGVO statt.

Mittlerweile hat gegen den abmahnenden Rechtsanwalt übrigens ein Kollege Strafanzeige erstattet. Der „Abmahn-Anwalt“ wiederum hat verkündet, keine weiteren Schreiben zu versenden – die bisher erhaltenen Zahlungen wird er aber nicht rückerstatten. Und die österreichische Datenschutzbehörde hat ein amtswegiges Prüfverfahren zum Einsatz von Google Fonts eingeleitet – es sollte also hoffentlich bald geklärt sein, ob der Einsatz denn nun DSGVO-widrig oder -konform ist.

Eine umfassende Beurteilung des Sachverhalts durch die Wirtschaftskammer finden Sie hier. Eine, durchaus humorvolle, Zusammenfassung der Ereignisse, samt „Crowdfunding-Aktion für die Mandantin und den Anwalt“ finden Sie auf www.abmahnung.wtf.

 

FAQ: Spendenabsetzbarkeit

Was müssen Spendenorganisationen bei der Spendenabsetzbarkeit beachten? Welche Schritte sind zu unternehmen, um diese zu erlangen?

Der FVA hat häufig gestellte Fragen gesammelt und nach eigener Einschätzung beantwortet. Spezialfragen können sie an uns oder ihre*n Wirtschaftsprüfer*in stellen.

Sonst noch Fragen?

Dranbleiben!

Wir arbeiten bereits an FAQ zu weiteren für gemeinnützige Organisationen relevanten Themengebieten.

Logo ``Ihre Spende ist steuerlich absetzbar``

Der FVA hat ein eigenes Logo für Organisationen mit Spendenabsetzbarkeit entwickelt. Dieses erleichtert den Spender*innen die Erkennbarkeit von Organisationen, an die sie ihre Spenden absetzen können.

Das Logo ist für FVA-Mitglieder kostenfrei, ansonsten verrechnen wir 60 € Schutzgebühr.

Bitte senden Sie uns eine E-Mail an fva[at]fundraising.at. Wir schicken Ihnen gerne nähere Infos bzw. die Grafikdatei zu.

Spendenabsetzbarkeit allgemein

Der Begriff Gemeinnützigkeit bezieht sich auf die steuerliche Begünstigung von Organisationen, vor allem in den Bereichen Umsatzsteuer und Körperschaftssteuer. Steuerlich begünstigt sind Organisationen, die ausschließlich gemeinnützige, also dem Wohl der Allgemeinheit dienende, mildtätige, also hilfsbedürftige Personen unterstützende, oder kirchliche Zwecke verfolgen. Die steuerliche Begünstigung wird von der Behörde im Einzelfall beurteilt, es gibt weder ein Register aller begünstigten Organisationen, noch wird die Begünstigung mit Bescheid festgestellt. Wenn von der Gemeinnützigkeit einer Organisation die Rede ist, ist also üblicherweise gemeint, dass diese weniger Steuern zahlt.

Bei der Spendenbegünstigung geht es nicht um einen Steuervorteil für die Organisation selbst, sondern für deren Spender*innen. Die Spendenbegünstigung muss die Organisation beantragen, wird diese zuerkannt, geschieht das mit einem Bescheid und der Aufnahme in die Liste spendenbegünstigter Organisationen.
Die steuerliche Begünstigung ist Voraussetzung zur Erlangung der Spendenbegünstigung – alle spendenbegünstigten Vereine sind steuerbegünstigt, aber nicht umgekehrt.

Begünstigt sind zunächst Spenden an bestimmte Organisationen, die direkt im Gesetz genannt sind bzw. wird die Spendenbegünstigung aber auf bestimmte Tätigkeiten dieser Organisationen eingeschränkt:

  • Österreichische Nationalbibliothek, bestimmte Museen, das Bundesdenkmalamt, , die internationale Anti-Korruptions-Akademie, Diplomatische Akademie, Freiwillige Feuerwehren und Landesfeuer­wehrverbände, für alle ihre Tätigkeiten
  • Universitäten, Hochschulen, Fonds und weitere aufgezählte Einrichtungen, sofern sie Forschung, wissenschaftliche Publikationen und Erwachsenenbildung betreiben

Andere Organisationen können durch Aufnahme in die Liste der begünstigten Spendenempfänger des Bundesministeriums für Finanzen ebenfalls die Spendenbegünstigung erlangen.  Hier ist die Spendenbegünstigung an die Tätigkeit beziehungsweise dem Zweck geknüpft. Teilweise ist sie (parallel zur Begünstigung direkt durch das Gesetz) aber auf bestimmte Organisationen eingeschränkt:

  • Mildtätigkeit
  • Entwicklungs- und Katastrophenhilfe
  • Schutz der Umwelt, Natur- oder Artenvielfalt
  • behördlich genehmigte Tierheime
  • österreichische Kunst und Kultur, wenn sie durch eine Organisation durchgeführt wird, die bestimmte Kriterien erfüllt
  • Forschung, wissenschaftliche Publikationen und Erwachsenenbildung, wenn sie von einer Organisation durchgeführt wird, die mit einer Gebietskörperschaft zusammenhängt oder gemeinnützig ist

Förderung von Behindertensportverbänden, wenn sie durch einen österreichischen Dachverband oder eine vergleichbare ausländische Organisation durchgeführt wird

Voraussetzungen für die Aufnahme in die Liste sind gem § 4a Abs 8 EStG:

  • Die Organisation dient ausschließlich gemeinnützigen Zwecken nach Maßgabe der §§ 34 ff der Bundesabgabenordnung
  • Die Organisation ist seit zumindest drei Jahren ununterbrochen für begünstigte Zwecke tätig
  • Die Organisation darf, abgesehen von völlig untergeordneten Nebentätigkeiten, ausschließlich die folgenden wirtschaftlichen Tätigkeiten durchführen:
  • unentbehrlicher Hilfsbetrieb gem § 45 Abs 2 BAO
  • entbehrlicher Hilfsbetrieb gem § 45 Abs 1 BAO
  • begünstigungsschädlicher Betrieb bis maximal 40.000 € Umsätzen im Jahr
  • Die in Zusammenhang mit der Verwendung der Spenden – nicht aber dem Fundraising oder allgemeiner Kosten – stehenden Verwaltungskosten der Körperschaft übersteigen 10% der Spendeneinnahmen nicht (siehe auch Ausgabenmatrix beim Österreichischen Spendengütesiegel – www.osgs.at).
  • Die Organisation macht glaubhaft, dass sie in der Lage ist, die automatischen Spendenmeldungen durchzuführen

Der Verein muss mindestens 3 Jahre – dies bedeutet 36 Monate – begünstigte Zwecke verfolgt haben.

Nein – die Organisation muss ausschließlich gemeinnützig sein und im Wesentlichen dem begünstigten Zweck entsprechen. Das bedeutet, dass mindestens 75 % der Gesamtressourcen in den begünstigten Zweck und 25 % in weitere gemeinnützige Zwecke fließen können.

Nicht für Ihre ursprüngliche Organisation, nein. Aber Sie können das Projekt in eine neue Organisation auslagern und diese in die Liste spendenbegünstigter Organisationen eintragen lassen.  Sofern das Projekt administrativ getrennt von der sonstigen Organisationstätigkeit durchgeführt, also am besten auf einer separaten Kostenstelle verbucht wurde, können Sie es als „Vorgängerorganisation“ für die neue Organisation anrechnen lassen. Die bisherige Laufzeit des Projekts wird dann auf die dreijährige Frist für die Absetzbarkeit angerechnet und unter Umständen qualifiziert sich die neue Organisation sofort für die Liste der spendenbegünstigten Organisationen.

Nach § 4a Abs. 8 EStG 1988 sind Organisationen, um sich für die Spendenabsetzbarkeit zu qualifizieren, zu einer „sparsamen Verwaltung hinsichtlich der durch die Verwendung der Spenden notwendigen Aktivitäten“ verpflichtet. Die EStG-Richtlinie nennt als Grenze 10 %.

Diese Bestimmung bezieht sich aber ausdrücklich nur auf Ausgaben für die Verwaltung von Spendengeldern. Gemeint sind typischerweise Ausgaben für Bankspesen, Personal, das die Spenden verbucht und anteilige Bürokosten – aber zum Beispiel auch die Kosten für die Anmietung eines Lagerraums für Sachspenden.

Es ist also kein Problem, wenn die Verwaltungsausgaben Ihrer Organisation 10 % überschreiten, solange die Kosten für die Verwaltung der Spenden unter dieser Grenze bleiben.

Auf der Website des österreichischen Spendengütesiegels finden Sie eine Ausgabenmatrix, in der Sie nachsehen können, in welche Kategorie Ihre Ausgaben einzuordnen sind (https://www.osgs.at/matrix-absetzbark).

Nein. Um mildtätige Zwecke im Sinne des EStG handelt es sich nur bei der aktiven Unterstützung hilfsbedürftiger Personen.

Öffentlichkeitsarbeit, egal für welchen der begünstigten Zwecke, ist nie von diesen umfasst. Organisationen, die ausschließlich Öffentlichkeitsarbeit betreiben, können sich nicht in die Liste spendenbegünstigter Organisationen eintragen lassen.

Für Organisationen mit Sitz im EU-Ausland gelten dieselben Regeln, wie für Österreichische Organisationen: sofern sie die Voraussetzungen erfüllen, können sie sich in die Liste spendenbegünstigter Einrichtungen eintragen lassen. Ohne Eintragung in die Liste können österreichische Spender*innen ihr Spenden nicht steuerlich absetzen.

Für Organisationen mit Sitz außerhalb der EU gibt es keine Möglichkeit, die Spendenabsetzbarkeit zu erlangen.

Sogenannte „Spendensammelvereine“ sind eine Ausnahme der Unmittelbarkeitsanforderung. Sie dürfen auch mittelbar tätig sein, den begünstigten Zweck also erfüllen, indem sie finanzielle Mittel an andere Organisationen weiterleiten, die begünstigte Tätigkeiten ausüben.

Es ist aber nur möglich, entweder eine nach den allgemeinen Kriterien spendenbegünstigte Organisation zu sein, für die die Unmittelbarkeitsregel gilt, oder eine Spendensammelorganisation – mit dem Effekt, dass nur mehr mittelbare Tätigkeiten zulässig sind. Ein Sammelverein kann also nur spendenbegünstigt sein, wenn sein einziger Zweck laut Statuten das Sammeln von Spenden für andere Organisationen, die begünstigte Zwecke erfüllen, ist. Auch hier gibt es aber wieder eine Ausnahme: zu maximal 25% darf der spendenbegünstigte Sammelverein auch unmittelbar tätig sein.

Grundsätzlich schon. Der Sammelverein muss für die mittelbar begünstigte Tätigkeit Spenden an spendenbegünstigte Organisationen weiterleiten, die selbst auf der Liste stehen.

Alternativ kann der Sammelverein sicherstellen (zB Vertrag), dass die weitergeleiteten Spenden ausschließlich für begünstigte Zwecke verwendet werden, und die Empfängerorganisation unmittelbar für sich tätig werden lassen. Möglich ist das mit Hilfe eines „Erfüllungsgehilfenvertrags“: damit wird formal gesehen der Sammelverein selbst tätig. Dann handelt es sich aber um unmittelbare Tätigkeiten, die für einen Sammelverein nur zu maximal 25% zulässig sind.

Grundsätzlich würde der Verein für seine „Werbeaussage“ haften und der*die Spender*in kann seine Spende zurückfordern. Daher die Empfehlung: Keine Garantie für die Spendenabsetzbarkeit abgeben, solange man nicht wirklich auf der Liste steht. Der Imageschaden könnte enorm sein!

Nein – Kunstwerke sind Sachspenden und nicht absetzbar. Will die Person die Absetzbarkeit nutzen, dann muss sie selbst das Bild verkaufen und den Erlös spenden.

Ja, wenn der Wert zB des Essens oder der ersteigerten Ware 50% der Spenden nicht übersteigt. In diesem Fall kann die NPO den Spendenanteil – nicht aber den Gesamtbetrag – als Spende melden.

Verfahren zur Erlangung der Absetzbarkeit

Der Erst-Antrag kann laufend beim Finanzamt Österreich abgegeben werden. Es sind die Rechtsgrundlage (Statuten) sowie die Bestätigung des/der Wirtschaftsprüfer*in über das Vorliegen der Voraussetzungen der letzten drei Jahre einzureichen. Die Bewilligung ist kostenlos. Es empfiehlt sich bei Unklarheiten, insbesondere in der Rechtsgrundlage, Kontakt mit dem FA aufzunehmen. Das FA entscheidet per Bescheid und nimmt die Organisation in die Liste auf.

  1. Zunächst ist zu prüfen, ob die Statuten des Vereins dem Gesetz entsprechen: finden Sie Ihre Organisation im Gesetz wieder (Gemeinnützigkeit, Ausschließlichkeit, Unmittelbarkeit, Mildtätigkeit, EZA, etc.)?
  2. Eventuell müssen Sie die Statuten anpassen
  3. Klärung der Frage „Wer sind ordentliche Mitglieder und wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag?“ (Abgrenzung der Fördermitgliedschaft, die absetzbar ist)
  4. Einschätzung, ob die Veränderungen, die durchgeführt werden müssten und die Kosten für Prüfung, erweiterte Buchhaltung etc. sich durch Mehrspenden rechnen.

Er/sie hat die Erfüllung der Voraussetzungen zu überprüfen: Dies sind die Überprüfung des gesamten Rechnungsabschlusses (Bilanz oder Einnahmen-Ausgabenrechnung mit Vermögensaufstellung), insbesondere die maximal 10 % Verwaltungskosten für die Spendenverwaltung, die Satzung, sowie die tatsächliche Geschäftsführung. Der*die Wirtschaftsprüfer*in muss künftig auch überprüfen, ob entsprechende Maßnahmen zur Ermöglichung der Datenübermittlungsverpflichtung gemäß § 18 EStG getroffen wurden.

Die Verlängerung ist spätestens 9 Monate nach Ende des Wirtschaftsjahres zu beantragen (beim einem Wirtschaftsjahr das dem Kalenderjahr entspricht also Ende September), die Spendenmeldung hat bis Ende Februar des Folgejahres zu erfolgen.

Nein, sollte die Frist versäumt werden, verliert die Organisation automatisch die Begünstigung. Spenden sind ab dann nicht absetzbar. Allerdings kann sofort wieder ein Antrag gestellt werden, der auch rasch genehmigt wird. Die Organisation bekommt eine neue Registrierungsnummer mit dem neuen Bescheid.

Nein. Die Wirtschaftsprüfung für das Spendengütesiegel prüft die Spendenverwendung, während für die Absetzbarkeit Voraussetzungen betreffend die Organisation überprüft werden.

Spendenmeldung / Automatischer Datenaustausch

Seit 2017 gilt eine Übermittlungspflicht mittels automatischem Datenaustausch für Spenden an begünstigte Spendenempfänger, die aus dem Privatvermögen geleistet werden (Sonderausgaben). Der verpflichtende automatische Datenaustausch führt zur automatischen Berücksichtigung dieser Sonderausgaben zwischen der empfangenden Organisation und der Finanzverwaltung. Diese werden dann automatisch in den Steuerakt übernommen. Entsprechend entfällt auch die Verpflichtung, Spendenbestätigungen auszustellen.

Die Regelung sieht die Mitwirkung der Spender*innen und des Spendenempfängers vor: Ein*e Spender*in der/die geleistete Spenden absetzen möchte, muss der spendenbegünstigten Einrichtung seinen/ihren Vor- und Zunamen (wie im zentralen Melderegister eingetragen) sowie sein Geburtsdatum bekannt geben. Auf Basis dieser Daten ermittelt die Organisation aus datenschutzrechtlichen Gründen über eine Abfrage beim Stammzahlenregister das verschlüsselte bereichsspezifische Personenkennzeichen für Steuern und Abgaben (vbPK SA). Der/die Spendenempfänger*in muss der Finanzverwaltung die vbPK SA zusammen mit dem Gesamtbetrag der im betreffenden Kalenderjahr geleisteten Beträge bis Ende Februar des Folgejahres im Wege von FinanzOnline übermitteln.

Sollten Sie nicht sämtliche Spenden gemeldet haben oder haben sie eine falsche Meldung angegeben, so können diese nachgemeldet bzw. eine Korrekturmeldung abgegeben werden.

Sie wird von den Finanzbehörden zur Nachholung aufgefordert. Wenn sie ihrer Übermittlungspflicht gänzlich nicht nachkommt, drohen der Verlust der Spendenbegünstigung bzw. eine KöST-Strafe.

Voraussetzung ist, dass die empfangende Organisation eine feste örtliche Einrichtung (Büro) im Inland hat. Somit sind abzugsfähige Spenden an ausländische Organisationen von der Übermittlungsverpflichtung nicht erfasst. Diese müssen/können weiterhin durch den Steuerpflichtigen in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Die Regelung betrifft ausschließlich als Sonderausgaben zu berücksichtigende private Spenden, somit sind Spenden die aus dem Betriebsvermögen geleistet werden und daher als Betriebsausgaben zu berücksichtigen sind, nicht von der Übermittlungspflicht erfasst. Derartige Spenden sind (weiterhin) als Betriebsausgaben im Rahmen der Gewinnermittlung zu berücksichtigen und somit durch den Steuerpflichtigen selbst geltend zu machen. In diesem Fall ist auf Verlangen des/der Spender*in weiterhin eine Spendenbestätigung auszustellen.

Die Spendenbestätigung sollte enthalten:

  • Name und Anschrift des Unternehmens
  • Name und Anschrift der Empfängerorganisation
  • die Zuwendung (Summe oder genaue Bezeichnung der Sachspende)
  • Datum oder der Zeitraum der Zuwendung

Wenn Ihnen der/die Spender*in keine Daten bekannt gibt, oder die Übermittlung untersagt, dürfen Sie keine Meldung seiner/ihrer Spenden vornehmen.
Wenn er/sie falsche Daten bekannt gibt, mit denen Sie kein vbPK erstellen können, müssen Sie die Spenden nicht melden. Es trifft Sie auch keine Pflicht, nachzuforschen, um die richtigen Daten zu erlangen.

Sie müssen, sobald Ihnen der/die Spender*in seine/ihre Daten bekannt gegeben hat, die Spenden für das laufende Kalenderjahr und alle folgenden Jahre melden. Wünschen Spender*innen eine Meldung ihrer Spenden, müssen sie Ihnen die dafür nötigen Daten bis spätestens Jahresende zur Verfügung stellen. Tun sie das nicht, können Sie nicht nur davon ausgehen, dass keine Übermittlung gewünscht ist, sondern dürften auch dann keine solche vornehmen, wären Ihnen die Daten auf andere Weise als durch den/die Spender*in selbst bekannt geworden. Wenn der/die Spender*in seine/ihre Meinung nachträglich ändert, müssen Sie die Spenden der Vergangenheit nicht melden.

Ja. Unabhängig vom Tod der Person sind Sie, sofern die üblichen Voraussetzungen dafür vorliegen, also die Person ihre vollständigen Daten bekanntgegeben und der Übermittlung an das Finanzamt nicht widersprochen hat, verpflichtet, die eingegangenen Spenden zu melden. Auch verstorbene Personen bleiben im ZMR erfasst und ihre vbPK-Nummer bleibt bis zu 120 Jahre nach dem Tod gültig. Die Angehörigen der verstorbenen Person haben fünf Jahre ab dem Tod Zeit, die Arbeitnehmerveranlagung für die verstorbene Person nachzuholen – somit können alle Spenden, die Sie nach dem Tod der Person gemeldet haben, dennoch berücksichtigt werden.

Relevant dafür, welchem Kalenderjahr die Spende in der Meldung an das Finanzamt zuzuordnen ist, ist der Zeitpunkt, an dem der Spender die Zahlung getätigt hat. Da Sie das als Empfängerorganisation schwer feststellen können, gibt es in § 6 der Sonderausgaben-Datenübermittlungsverordnung die Regelung, dass Sie als meldende Organisation bei Zahlungen, deren Wertstellungsdatum spätestens der 3.1. ist, davon ausgehen können, dass sie im Vorjahr getätigt wurden. In den meisten Fällen wird das auch tatsächlich so sein, da Überweisungen rund um den Jahreswechsel ein paar Tage dauern können. Es ist also empfehlenswert, von dieser Bestimmung Gebrauch zu machen, und Spenden bis zum 3.1. tatsächlich noch dem Vorjahr zuzumelden.

Wenn Ihnen der/ die Spender*in mitteilt, dass er/ sie die Spende tatsächlich erst im neuen Jahr geleistet hat, können Sie die Spende aber natürlich auch für dieses verbuchen.

Wenn der/ die Spender*in bereits in FinanzOnline bemerkt, dass eine Spende falsch gemeldet wurde, kann die Organisation den Fehler durch Neumeldung beheben, Wenn der Fehler erst im Steuerbescheid auffällt, kann der/ die Spender*in gegen den Bescheid einen Monat lang Beschwerde einlegen. Nach Ablauf dieser Frist können Fehler nur mehr durch Wiederaufnahme des Steuerverfahrens behoben werden.

Sie haben die Möglichkeit, von Facebook Informationen zu den einzelnen Spender*innen herunterzuladen. Diese enthalten aber natürlich nur die Facebook-Namen der Spender*innen, nicht ihre Klarnamen. Die Identität der Spender*innen können Sie auf diese Weise also nicht einwandfrei feststellen. Daher besteht keine Verpflichtung zum Melden der Spender*innen. Viele NPOs bieten dies auch nicht an.

Wenn ein*e Spender*in dennoch seine/ihre Spende absetzen möchte, muss er/sie Ihnen das explizit bekannt geben. Wir empfehlen Ihnen, Spenden nur zu melden, wenn die Spender*innen Ihnen den korrekten Zeitpunkt sowie die Höhe der Spende nennen und Ihnen die Spendenbestätigung von Facebook übermitteln (und natürlich den vollen Namen und das Geburtsdatum). Dadurch können Sie sehr sicher sein, dass Sie tatsächlich die richtigen Spender*innen an das Finanzamt melden.

Sie können das automatische Mail, das Facebook an die Spender*innen verschickt, übrigens selbst anpassen. Am besten nennen Sie den Spender*innen auf diesem Weg gleich alle Informationen, die sie übermitteln müssen, um eine Absetzbarkeit möglich zu machen.

Die automatische Meldung von Spenden ist nur für in Österreich steuerlich ansässige Personen möglich, für Ausländer*innen können Sie keine vbPK erstellen. Diese können ihre Spenden nach den Regelungen in ihrem Land daher nur geltend machen, wenn Sie ihnen eine Bestätigung über den Erhalt der Spende ausstellen. Wenn der/die Spender*in für sein/ihr Heimatfinanzamt besondere Anforderungen an die Spendenbestätigung hat, sollte er/sie Ihnen das mitteilen – ansonsten können Sie einfach kurz die Höhe und den Erhalt der Spende und die Identität des/der Spender*in bestätigen.

Für Spenden aus Deutschland gilt: Spenden an gemeinnützige Organisationen in der EU sind grundsätzlich absetzbar. Allerdings hat das Finanzgericht entschieden, dass die Organisation dafür die deutschen gemeinnützigkeitsrechtlichen Vorgaben erfüllen und der Spender dies gegenüber dem für ihn zuständigen Finanzamt durch Vorlage geeigneter Belege nachweisen muss (Finanzgericht Düsseldorf, Az. 11 K 2439/10 E). Wenn Sie Ihren Spender*innen also entsprechende Nachweise (Statuten, Tätigkeitsbericht, Aufzeichnungen über Verwendung der Spendengelder etc.) übergeben, und eine Spendenbestätigung ausstellen, können diese ihre Spenden in Deutschland steuerlich absetzen.

Achtung: für Deutschland ist es außerdem erforderlich, zur Bestätigung von Spenden über EUR 200,00 die offiziellen staatlichen Formulare zu verwenden. Sie finden diese beispielsweise hier: www.steuertipps.de.

Für Spenden aus der Schweiz gilt: nur Spenden an steuerbefreite juristische Personen mit Sitz in der Schweiz sind steuerlich absetzbar (Art. 9 Abs. 2 Bst. i StHG). Spenden an österreichische Organisationen können also nicht abgesetzt werden.

Infos für Spender*innen

Privatpersonen (Geldspenden bis 10% des Einkommens des laufenden Jahres), Unternehmen (Sach- bzw. Geldspenden bis 10 % des Gewinnes des laufenden Jahres) und Stiftungen (Sach- bzw. Geldspenden Kest-befreit).

Mitgliedsbeiträge von ordentlichen Mitgliedern sind nicht absetzbar, Fördermitgliedschaften mit eingeschränkten bzw. keinem Wahlrecht jedoch schon. Hier müssen die Statuten klar formuliert sein.

Als Privatperson ist das nicht möglich, Sie können nur Geldspenden absetzen.

Wenn Sie die Spende als Unternehmen getätigt haben, können Sie diese als Betriebsausgabe absetzen. Die Organisation muss Ihnen dazu eine Spendenbestätigung ausstellen, die die gespendete Sache genau bezeichnen muss. Dann buchen Sie die gespendete Sache einfach aus Ihrer Bilanz aus, dem Finanzamt müssen Sie sie nicht melden.

Gutscheine, auch wenn sie „geldwert“ sind, und genau wie Bargeld verwendet werden können, sind keine Geld- sondern Sachspenden. Sie können den gespendeten Gutschein also nicht steuermindernd geltend machen.

Ja: Spender*innen konnten bis 31. 12. 2011 jeweils bis 10 % absetzen. Danach nur mehr zusammen 10 %.

Wenn die Organisation auf der Liste spendenbegünstigter Organisationen steht, ja. Organisationen mit Sitz im Ausland nehmen allerdings nicht am automatischen Datenaustausch teil, Ihre Spende wird also nicht automatisch an das Finanzamt gemeldet. Die Organisation muss Ihnen eine Bestätigung über die getätigte Spende ausstellen, damit Sie diese in Ihrer Einkommenssteuererklärung geltend machen können.

Sie haben noch Fragen?

Gerne stehen wir Ihnen telefonisch, persönlich sowie per Email für Ihre Fragen zur Verfügung.

MiriamFaber_FVA-Team

Miriam Faber

Recht und Personalwesen | Projektleitung Das Gute Los

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