Spendenaktionen: Der unterschätzte Kanal im Fundraising

Online-Spendenformular, Face-to-Face-Fundraising, Mailings…die meisten klassischen Spendenkanäle sind fest in den Fundraising-Strategien von NPOs verankert. Doch besonders ein kraftvoller Kanal wird oft übersehen, obwohl er enormes Potenzial birgt: Spendenaktionen, auch bekannt als Peer-to-Peer-Fundraising.


Der Grund? Meistens schlichte Unterschätzung, aber auch unzureichende technische Möglichkeiten.

Was genau sind Spendenaktionen?

Spendenaktionen sind persönliche Fundraising-Kampagnen, die von Unterstützer:innen initiiert werden. Anstatt selbst aktiv um Spenden zu bitten, ermöglicht die Organisation es Menschen, selbst eine eigene Aktion zu starten und im eigenen Netzwerk Spenden zu sammeln – etwa anlässlich eines Geburtstags, einer sportlichen Herausforderung oder eines Trauerfalls.

Typische Anlässe:

  • Geburtstagsaktionen: „Ich wünsche mir Spenden statt Geschenke.“
  • Sportliche Herausforderungen: „Ich laufe den Halbmarathon für den Tierschutz.“
  • Hochzeiten und Feiern: „Unsere Liebe teilen wir mit Kindern in Not.“
  • Erinnerungsaktionen: „Spenden zum Gedenken an eine geliebte Person.“

Solche Aktionen entfalten oft eine überraschend hohe Wirkung – sowohl finanziell als auch emotional. Denn sie bringen neue Spender:innen in Kontakt mit der Organisation, die über klassische Kanäle kaum erreichbar wären.

Warum funktionieren Spendenaktionen so gut?

Die Stärke von Spendenaktionen liegt in der Psychologie. Sie sprechen mehrere grundlegende menschliche Motive an:

Soziale Nähe und Vertrauen: Menschen geben lieber, wenn eine vertraute Person sie darum bittet. Die Beziehung zwischen Fundraiser:in und Spender:in reduziert die Skepsis gegenüber der Organisation. Das Vertrauen der Spendenaktions-Ersteller:innen geht direkt auf die neuen Spendenden über.

Social Proof: Wenn viele andere im Umfeld bereits gespendet haben, fühlt man sich eher verpflichtet, ebenfalls zu helfen. Sichtbare Spendenlisten, geteilte Aufrufe auf Sozialen Medien oder Fortschrittsbalken verstärken diesen Effekt.

Stolz und Selbstwirksamkeit: Fundraiser:innen erleben sich als aktiv Handelnde – sie tragen konkret zur Lösung eines Problems bei und erhalten dafür Anerkennung von ihrem Umfeld – und natürlich auch von der Organisation. Denn jemand, der für die Organisation Spenden sammelt, leistet viel wertvollere Unterstützung als wenn nur eine einzelne Spende gegeben wird.

Reziprozität: Wer Unterstützung in der Vergangenheit erfahren hat, gibt sie gerne zurück – etwa durch eine Spende zur Aktion eines Freundes oder Familienmitglieds. So kann sich eine Kultur des Gebens in einem Bekanntenkreis etablieren, manchmal wird es sogar Tradition, statt Geschenken eine Spendenaktion zu unterstützen.

Diese Effekte machen Spendenaktionen zu einem besonders wirkungsvollen Werkzeug im Fundraising – sofern die Rahmenbedingungen stimmen.

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Verhaltenspsychologie gezielt nutzen: Behavioral Design

Spendenverhalten lässt sich nicht nur verstehen, sondern auch aktiv gestalten. Mit Prinzipien aus dem Behavioral Design, auch “Nudges” genannt, lassen sich Spendenaktionen so konzipieren, dass sie intuitiv, motivierend und effektiv funktionieren. Hier einige erprobte Techniken:

  • Progress Bars: Der visuelle Fortschritt motiviert zum Mitmachen – niemand will, dass eine Aktion kurz vor dem Ziel scheitert. Fortschrittsbalken haben auch ein Gamification-Element: Mit der Spende schreitet der Balken voran und die Gebenden sehen direkt ihren Einfluss.
  • Vorausgefüllte Beträge: Entscheidungshilfen senken die Hürde – etwa 15 €, 30 € oder 50 € als Vorschlag. Professionelle Spendenaktionstools bieten diese Möglichkeit. Die meisten Leute wählen übrigens den mittleren Betrag.
  • Storytelling & Bilder: Emotionale Geschichten und persönliche Fotos der Fundraiser:innen schaffen Nähe und Identifikation. Für eine erfolgreiche Spendenaktion sollte es also die technische Möglichkeit für die Unterstützenden geben, ein eigenes Foto hochzuladen und eine eigene Beschreibung einzugeben.
  • Soziale Bestätigung: „X hat gerade gespendet“ oder „Schon 27 Unterstützer:innen“ erzeugen Gruppendynamik. Durch eine integrierte Spender:innen-Liste im Tool und die einfache Möglichkeit, die Spendenaktion mit wenigen Klicks auf den eigenen Kanälen zu teilen, kann man diesen “Nudge” einfach nutzen.

Diese Elemente helfen nicht nur der Aktion selbst, sondern stärken auch das digitale Nutzererlebnis – ein entscheidender Faktor bei spontanen Spendenentscheidungen.

Das richtige Tool macht den Unterschied

Viele NPOs scheitern an der Umsetzung von Spendenaktionen nicht aus inhaltlichen, sondern aus technischen Gründen. Dabei ist die Erfahrung der Unterstützer:innen entscheidend: Je einfacher und klarer die Erstellung und Verwaltung einer Aktion funktioniert, desto mehr Menschen nutzen diese Möglichkeit.

Ein professionelles Tool sollte folgende Funktionen mitbringen:

  • Intuitive Erstellung: Unterstützende sollte in wenigen Minuten und ohne technisches Wissen eine Aktion starten können.
  • Individuelle Gestaltung: Eigene Bilder, persönliche Texte, ein frei wählbares Spendenziel – das alles erhöht die Identifikation mit der Aktion und damit auch die Spendenbereitschaft im Netzwerk.
  • Eingebettete “Nudges”: Ein professionelles Spendenaktionstool sollte die zentralen psychologischen Hebel eingebunden haben – z. B. einen Fortschrittsbalken und eine einfache Teilen-Funktion.
  • Einfache Verwaltung für die NPO: Automatisierte Benachrichtigungen, automatische Dankes-E-Mails, Spendenübersicht, DSGVO-konforme Datenerhebung – so bleibt der Aufwand im Fundraising-Team gering.
  • Mobil optimiert: Viele Spenden erfolgen spontan – auf dem Handy beim Scrollen. Eine mobile Darstellung ist deshalb Pflicht.
  • Einbindung auf der eigenen Website: Spendenaktionen sollten auf der NPO-Website präsent sein – im Hauptmenü, auf passenden Unterseiten oder als Teaser. So werden sie leichter gefunden, inspirieren andere ebenfalls eine Aktion zu starten und vermitteln Professionalität.

Ohne ein solches Tool bleibt Peer-to-Peer-Fundraising oft ein hübscher Gedanke ohne Wirkung. Mit dem richtigen Setup dagegen wird es zum skalierbaren, selbstlaufenden Kanal. Die FundraisingBox bietet neben vielen anderen Onlinespenden-Touchpoints auch ein professionelles Spendenaktions-Tool.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Spendenaktionen

Spendenaktionen sind keine Spielerei – sie sind ein ernstzunehmendes Fundraising-Instrument mit hoher Hebelwirkung. Gerade für österreichische Organisationen bietet sich hier die Chance, ein bislang wenig genutztes Potenzial zu erschließen.

Was es braucht:

  • Das Bewusstsein für den psychologischen und strategischen Mehrwert.
  • Ein gutes Tool, das die Umsetzung einfach und attraktiv macht – wie z. B. die FundraisingBox.
  • Eine klare Platzierung auf der eigenen Website.

Wer Spendenaktionen professionell einsetzt, gewinnt nicht nur neue Spender:innen – sondern auch engagierte Multiplikator:innen für die eigene Sache.

Über die Autorin

Karin Sommer ist seit 2007 im Non-Profit-Sektor tätig und betreut seit 2020 den Blog der FundraisingBox sowie das neue Online-Magazin „NGO Pulse“, wo sie ihr Wissen rund um digitales Fundraising weitergibt und sich Themen widmet, die die Branche bewegen. Außerdem arbeitet sie freiberuflich als Fachjournalistin und Texterin für NGOs, Presse und Wirtschaft.

Partnerbeitrag von FundraisingBox c/o Wikando GmbH. Wir danken für die Unterstützung.

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