Meilensteine aus 30 Jahren Fundraising Verband Austria
Seit 30 Jahren prägen wir die Entwicklungen des Fundraisings in Österreich. Gemeinsam mit engagierten Organisationen, Pionier:innen und neuen Generationen von Fundraiser:innen ist ein starkes Netzwerk entstanden, das den Sektor nachhaltig mitgestaltet.
Diese Meilensteine erzählen von Aufbrüchen, wichtigen Entscheidungen und gemeinsamen Erfolgen. Sie zeigen, wie sich Fundraising in Österreich professionalisiert, verbreitert und weiterentwickelt hat.
Unsere Übersicht wächst laufend weiter und wird regelmäßig um weitere Meilensteine ergänzt. Entdecken Sie die prägenden Etappen unserer Branche – und die Entwicklungen, die unser Morgen prägen.
Der Spendenmarkt
Der Weg zur Spendenmilliarde
Seit 30 Jahren begleitet der Fundraising Verband Austria die Entwicklung der Spendenkultur in Österreich. In dieser Zeit ist das jährliche Spendenaufkommen von rund 240 Millionen Euro im Jahr 1996 auf den bisherigen Höchstwert von 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2022 gestiegen.
Diese Entwicklung zeigt, wie sich Spenden in Österreich über Jahrzehnte verändert haben. Geprägt von gesellschaftlichen Umbrüchen, internationalen Krisen und einer beeindruckenden Hilfsbereitschaft der Bevölkerung.
Welche Meilensteine haben den Weg zur Spendenmilliarde geprägt? Welche Krisen haben die Solidarität in Österreich besonders mobilisiert? Und welche Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass aus einzelnen Spendenimpulsen eine langfristig starke Kultur des Gebens entstehen konnte?
Mehr dazu auf den nächsten Slides.
Land der Solidarität
Besonders in Ausnahmesituationen wurde die hohe Solidarität in Österreich sichtbar. Internationale Katastrophen wie der Tsunami 2004, die Flüchtlingsbewegung 2015 oder die sozialen Folgen der Corona-Pandemie 2020 hatten spürbare Auswirkungen auf das jeweilige Spendenjahr. Gleichzeitig zeigte sich auch, dass wirtschaftlich schwierige Zeiten Einfluss auf die Spendenbereitschaft haben: So führte die Finanzkrise 2008 zu einem Rückgang im Spendenaufkommen.
Ab 2009 begann ein nachhaltiger Aufwärtstrend. Ein wesentlicher Motor dafür war die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden, die für weite Teile des gemeinnützigen Sektors neue Impulse brachte. Hinzu kamen die zunehmende Professionalisierung im Fundraising, neue Kommunikations- und Spendenkanäle sowie Maßnahmen, die das Vertrauen in gemeinnützige Organisationen weiter stärkten.
Für eine starke Kultur des Gebens
Die bislang stärkste Welle der Hilfsbereitschaft löste der russische Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 aus. Innerhalb nur eines Jahres stieg das Spendenaufkommen um 26 Prozent – ein historischer Zuwachs, der die große Bereitschaft der Menschen in Österreich zeigt, in Krisenzeiten Verantwortung zu übernehmen.
Der Blick auf die vergangenen 30 Jahre macht deutlich: Akute Notlagen mobilisieren Solidarität. Dauerhaftes Wachstum im Fundraising in Österreich entsteht jedoch dort, wo Vertrauen, verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen und professionelle Strukturen zusammenwirken. Die Spendenmilliarde steht damit nicht nur für eine beeindruckende Zahl, sondern für eine gefestigte und resiliente Kultur des Gebens in Österreich.
Mehr über den Spendenmarkt erfahren
Wie viel wird in Österreich gespendet? Wer spendet? Und wofür?
Unser jährlicher Spendenbericht liefert fundierte Antworten – verständlich aufbereitet, datenbasiert und unabhängig erhoben.
Als wichtigste Analyse zur Entwicklung des Spendenverhaltens in Österreich bietet der Bericht wertvolle Einblicke für alle, die im Fundraising tätig sind, strategische Entscheidungen treffen oder sich für den gemeinnützigen Sektor interessieren.
Regulatorische Entwicklungen
Von der Spendenabsetzbarkeit zur breiten Spendenbegünstigung
Bereits in den 1950er-Jahren war steuerliche Absetzbarkeit von Spenden im Einkommensteuerrecht verankert, jedoch auf einzelne wissenschaftliche Einrichtungen beschränkt. Erweiterungen in den 80er Jahren betrafen nur ausgewählte Institutionen. Erst mit dem Steuerreformgesetz 2009 wurde sie auf große Teile des gemeinnützigen und mildtätigen Sektors ausgeweitet. Das war ein wichtiger Wendepunkt für das Spendenwesen in Österreich und ein starker Impuls für die weitere Entwicklung des Fundraisings.
Wie hat die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden die Spendenkultur in Österreich verändert? Welche Organisationen profitierten zunächst davon – und welche noch nicht? Und warum markiert die jüngste Reform einen weiteren Meilenstein für die Spendenbegünstigung in Österreich?
Mehr dazu auf den nächsten Slides.
Ein wichtiger Baustein für die Spendenbereitschaft
In den folgenden Jahren zeigte sich deutlich, wie sehr diese Reform die Spendenkultur in Österreich gestärkt hat. Immer mehr Organisationen konnten von der Spendenbegünstigung profitieren, und auch für viele Menschen wurde es selbstverständlicher, ihre Spenden steuerlich geltend zu machen. Die Zahl der spendenbegünstigten Organisationen verdoppelte sich nahezu, und das Spendenvolumen wuchs kontinuierlich.
Auch die steuerliche Nutzung in den Folgejahren zeichnet ein klares Bild: Setzten 2011 noch 640.000 Spender:innen ihre Spenden ab, so waren es 2022 bereits über 1,44 Mio. Menschen. Die Absetzbarkeit wurde damit zu einem wichtigen Baustein für mehr Spendenbereitschaft, Planungssicherheit und professionelles Fundraising.
Reform der Kultur des Gebens
Gleichzeitig blieb das System über viele Jahre unvollständig. Bereiche wie Bildung, Sport, Kunst und Kultur oder Teile des Tierschutzes waren nur eingeschränkt oder gar nicht erfasst. Mit dem Gemeinnützigkeitsreformgesetz, das seit 1. Jänner 2024 in Kraft ist, wurde dieser Rahmen deutlich erweitert und vereinfacht: die flächendeckende Spendenbegünstigung für alle Zwecke war das Ergebnis. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, damit künftig mehr gemeinnützige Organisationen in Österreich von der Spendenbegünstigung profitieren können.
Ein Meilenstein für alle
Schon kurz nach Inkrafttreten wurde sichtbar, welche Dynamik diese Reform auslösen kann. Die Zahl der begünstigten Organisationen ist deutlich gestiegen, vor allem in Bereichen, die zuvor kaum oder gar nicht berücksichtigt waren. Ende 2025 waren über 930 NPOs mehr gelistet als im Vorjahr. Damit markiert die Gemeinnützigkeitsreform den vorläufigen Schlusspunkt eines jahrzehntelangen Prozesses hin zu umfassend positiven und einheitlichen Rahmenbedingungen für das Spenden in Österreich! Sie steht damit für einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu modernen, einheitlichen und zukunftsfähigen Rahmenbedingungen für Spenden in Österreich.
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