ÖSTERREICHISCHER SPENDENMARKT

Jährlich werden auf dem österreichischen Spendenmarkt Spenden in der Höhe von ca. 350 Millionen Euro gesammelt. Diese Zahl basiert auf Hochrechnungen aus den Jahresabschlüssen der größten hundert spendensammelnden Organisationen und Umfragen. 
 
Spenden sind laut § 12 Abs.1 Z.5 KStG „Aufwendungen zu gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken und andere freiwillige Zuwendungen.“ Ökonomisch betrachtet sind Spenden freiwillige Leistungen, für die zwar keine Gegenleistung gefordert wird, aber für einen bestimmten Zweck erbracht werden.

Österreich wird in den Medien oft als Spendenweltmeister bezeichnet. Es stimmt zwar, dass die Österreicher besonders in Krisenzeiten und bei Notfällen sehr spendenfreudig sind, betrachtet man jedoch das gesamte Spendenvolumen über das Jahr im Vergleich zu anderen Ländern, so ergibt sich ein anderes Bild.
 

Spendenvolumen im internationalen Vergleich

Folgende Tabelle vergleicht das Gesamtvolumen privater Spenden verschiedener Länder anhand der Spende pro Einwohner.
 

Land

Spende/Einwohner (EURO)

Spendenvolumen (EURO)

Bevölkerung

USA

578

171 Mrd. 

296 Mio.

UK

205

12,3 Mrd. 

60 Mio.

Niederlande

116

1,9 Mrd. 

16,4 Mio.

Schweiz 

71

530 Mio. 

7,5 Mio.

Deutschland

61

5 Mrd. 

82 Mio.

Österreich

43

350 Mio.

8,2 Mio.

 
Diese Tabelle gibt eine Übersicht über die Durchschnittspende pro Spender auf Basis von Meinungsumfragen.
 

Land

Anteil SpenderInnen

Durch. Spende

Gesamt-volumen

Hauptspenden-ziele

Österreich (2008)

66%

€ 67

296 Mio. €

• Kirche/ Religion
• Tierschutz
• Katastrophen/ Inland

Deutschland (2008)

57 %

€ 115

 4,5 Mrd. €

k.A.

USA (2007/08)

70%

€ 1.529/ Haushalt

171 Mrd. €

• Religion
• Bildung
• Soziale Dienste

UK (2007/08)

56%


 € 360

12,3 Mrd. €

• Religion
• Medizinische Forschung
• Gesundheit

Niederlande (2007)

86%

€ 239

1,9 Mrd. €

• Religion
• Internationale Hilfe

Frankreich

20 % aller Haushalte

€ 305

2,2 Mrd. €

k.A.

 
Quelle: NPO Institut 2009; Deutschland: DZI 2009
 


Jährlich werden auf dem österreichischen Spendenmarkt Spenden in der Höhe von ca. 350 Millionen Euro gesammelt. Diese Zahl basiert auf Hochrechnungen aus den Jahresabschlüssen der größten hundert spendensammelnden Organisationen und Umfragen. 
 
Spenden sind laut § 12 Abs.1 Z.5 KStG „Aufwendungen zu gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken und andere freiwillige Zuwendungen.“ Ökonomisch betrachtet sind Spenden freiwillige Leistungen, für die zwar keine Gegenleistung gefordert wird, aber für einen bestimmten Zweck erbracht werden.

Österreich wird in den Medien oft als Spendenweltmeister bezeichnet. Es stimmt zwar, dass die Österreicher besonders in Krisenzeiten und bei Notfällen sehr spendenfreudig sind, betrachtet man jedoch das gesamte Spendenvolumen über das Jahr im Vergleich zu anderen Ländern, so ergibt sich ein anderes Bild.
 

Spendenvolumen im internationalen Vergleich

Folgende Tabelle vergleicht das Gesamtvolumen privater Spenden verschiedener Länder anhand der Spende pro Einwohner.
 

Land

Spende/Einwohner (EURO)

Spendenvolumen (EURO)

Bevölkerung

USA

578

171 Mrd. 

296 Mio.

UK

205

12,3 Mrd. 

60 Mio.

Niederlande

116

1,9 Mrd. 

16,4 Mio.

Schweiz 

71

530 Mio. 

7,5 Mio.

Deutschland

61

5 Mrd. 

82 Mio.

Österreich

43

350 Mio.

8,2 Mio.

 
Diese Tabelle gibt eine Übersicht über die Durchschnittspende pro Spender auf Basis von Meinungsumfragen.
 

Land

Anteil SpenderInnen

Durch. Spende

Gesamt-volumen

Hauptspenden-ziele

Österreich (2008)

66%

€ 67

296 Mio. €

• Kirche/ Religion
• Tierschutz
• Katastrophen/ Inland

Deutschland (2008)

57 %

€ 115

 4,5 Mrd. €

k.A.

USA (2007/08)

70%

€ 1.529/ Haushalt

171 Mrd. €

• Religion
• Bildung
• Soziale Dienste

UK (2007/08)

56%


 € 360

12,3 Mrd. €

• Religion
• Medizinische Forschung
• Gesundheit

Niederlande (2007)

86%

€ 239

1,9 Mrd. €

• Religion
• Internationale Hilfe

Frankreich

20 % aller Haushalte

€ 305

2,2 Mrd. €

k.A.

 
Quelle: NPO Institut 2009; Deutschland: DZI 2009
 

 
PRIVATSPENDEN IN ÖSTERREICH
Im Jahr 2007 gaben etwa 75% der Österreicher in Umfragen an, grundsätzlich zu spenden, nur ein Viertel der Bevölkerung ist also prinzipiell Nichtspender. Konkret konnten im Jahr 2007 68% der Österreicher zu einer Spende bewogen werden.
18% der ÖsterreicherInnen spenden regelmäßig, 57% nur in bestimmten Fällen und 25% grundsätzlich gar nicht.

Betrachtet man die Entwicklung des Spenderpotentials über die letzten 15 Jahre, kann man feststellen, dass die Anzahl der Spender leicht gefallen ist und die der Nichtspender leicht gestiegen ist. Obwohl sehr viele Österreicher spenden, spenden sie nur kleinere Beträge, meist zehn Euro. 2007 wurde im Schnitt vier Mal gespendet.

Doch wer sind die Spender?
Der typische Spender ist weiblich, über 60 Jahre alt, wohnt auf dem Land und hat eine hohe Bildung. Dieser plakativen Aussage liegen folgende Tendenzen zugrunde:
• Es spenden tendenziell mehr Frauen als Männer. Obwohl Männer weniger oft spenden, spenden sie in der Regel höhere Beträge als Frauen.
• Je älter die Menschen werden, desto mehr spenden sie. 84% der Menschen über 50 bzw. sogar 90% der Menschen über 60 Jahre spenden, wohingegen nur 56% der Menschen bis 29 Jahre spenden.
• Menschen, die auf dem Land leben spenden eher als Menschen, die in Städten leben. Regional gesehen spenden die Nord-Ost- und Südösterreicher eher als die Westösterreicher.
• Je höher ein Mensch gebildet ist, desto eher spendet er. 83% der Menschen mit Matura oder Universitätsabschluss spenden, wohingegen nur 72% der Menschen mit und ohne Pflichtschulabschluss spenden.

Warum spenden die ÖsterreicherInnen?
Ob man spendet, hängt bei mehr als der Hälfte der Österreicher (62%) vom persönlichen Einkommen ab. Weiters ausschlaggebend ist auch ob sich der Spender/ die Spenderin persönlich angesprochen fühlt und ob es Katastrophen gibt, wo einfach geholfen werden muss. Religiöse Überzeugung spielt beim Spenden für die meisten Österreicher keine Rolle. Die beliebtesten Spendenziele sind mit großem Abstand Kinder, gefolgt von Tieren und inländischen Katastrophen. Weiters spenden viele Menschen auch für die Bekämpfung des Hungers in der Welt, Katastrophen im Ausland, behinderte Menschen, Umweltschutz und sozial Benachteiligte.

Welche sind die bekanntesten spendensammelnden Organisationen?
Am bekanntesten sind bei den Spendern die größten wohltätigen Organisationen, die Spenden sammeln: Das Rote Kreuz, SOS Kinderdorf, die Caritas und die Sternsinger Dreikönigsaktion. Dies sind zugleich auch die vier Organisationen, die die meisten Spenden sammeln können. Weiters sind auch Greenpeace, der Tierschutzverein, Ärzte ohne Grenzen, UNICEF und Amnesty International sehr bekannt. Am sympathischsten sind den Österreichern das Rote Kreuz, SOS Kinderdorf und Ärzte ohne Grenzen.

Was ist das österreichische Spendengütesiegel?
Seit 2001 gibt es in Österreich ein Qualitätssiegel für Spenden werbende Organisationen, das österreichische Spendengütesiegel. Es steht für verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern. Das Spendengütesiegel wird Organisationen, die die Anforderungen erfüllen, von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder verliehen und kann auch von ihnen entzogen werden. Aktuell haben über 180 Organisationen das Spendengütesiegel, eine Liste findet man unter www.osgs.at. Mehr als die Hälfte der Spendengelder sind durch das Gütesiegel abgedeckt.
Quellen: Public Opinion (2007/2008); Market (2008); NPO Institut (2009)


Im Jahr 2007 gaben etwa 75% der Österreicher in Umfragen an, grundsätzlich zu spenden, nur ein Viertel der Bevölkerung ist also prinzipiell Nichtspender. Konkret konnten im Jahr 2007 68% der Österreicher zu einer Spende bewogen werden.
18% der ÖsterreicherInnen spenden regelmäßig, 57% nur in bestimmten Fällen und 25% grundsätzlich gar nicht.

Betrachtet man die Entwicklung des Spenderpotentials über die letzten 15 Jahre, kann man feststellen, dass die Anzahl der Spender leicht gefallen ist und die der Nichtspender leicht gestiegen ist. Obwohl sehr viele Österreicher spenden, spenden sie nur kleinere Beträge, meist zehn Euro. 2007 wurde im Schnitt vier Mal gespendet.

Doch wer sind die Spender?
Der typische Spender ist weiblich, über 60 Jahre alt, wohnt auf dem Land und hat eine hohe Bildung. Dieser plakativen Aussage liegen folgende Tendenzen zugrunde:
• Es spenden tendenziell mehr Frauen als Männer. Obwohl Männer weniger oft spenden, spenden sie in der Regel höhere Beträge als Frauen.
• Je älter die Menschen werden, desto mehr spenden sie. 84% der Menschen über 50 bzw. sogar 90% der Menschen über 60 Jahre spenden, wohingegen nur 56% der Menschen bis 29 Jahre spenden.
• Menschen, die auf dem Land leben spenden eher als Menschen, die in Städten leben. Regional gesehen spenden die Nord-Ost- und Südösterreicher eher als die Westösterreicher.
• Je höher ein Mensch gebildet ist, desto eher spendet er. 83% der Menschen mit Matura oder Universitätsabschluss spenden, wohingegen nur 72% der Menschen mit und ohne Pflichtschulabschluss spenden.

Warum spenden die ÖsterreicherInnen?
Ob man spendet, hängt bei mehr als der Hälfte der Österreicher (62%) vom persönlichen Einkommen ab. Weiters ausschlaggebend ist auch ob sich der Spender/ die Spenderin persönlich angesprochen fühlt und ob es Katastrophen gibt, wo einfach geholfen werden muss. Religiöse Überzeugung spielt beim Spenden für die meisten Österreicher keine Rolle. Die beliebtesten Spendenziele sind mit großem Abstand Kinder, gefolgt von Tieren und inländischen Katastrophen. Weiters spenden viele Menschen auch für die Bekämpfung des Hungers in der Welt, Katastrophen im Ausland, behinderte Menschen, Umweltschutz und sozial Benachteiligte.

Welche sind die bekanntesten spendensammelnden Organisationen?
Am bekanntesten sind bei den Spendern die größten wohltätigen Organisationen, die Spenden sammeln: Das Rote Kreuz, SOS Kinderdorf, die Caritas und die Sternsinger Dreikönigsaktion. Dies sind zugleich auch die vier Organisationen, die die meisten Spenden sammeln können. Weiters sind auch Greenpeace, der Tierschutzverein, Ärzte ohne Grenzen, UNICEF und Amnesty International sehr bekannt. Am sympathischsten sind den Österreichern das Rote Kreuz, SOS Kinderdorf und Ärzte ohne Grenzen.

Was ist das österreichische Spendengütesiegel?
Seit 2001 gibt es in Österreich ein Qualitätssiegel für Spenden werbende Organisationen, das österreichische Spendengütesiegel. Es steht für verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern. Das Spendengütesiegel wird Organisationen, die die Anforderungen erfüllen, von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder verliehen und kann auch von ihnen entzogen werden. Aktuell haben über 180 Organisationen das Spendengütesiegel, eine Liste findet man unter www.osgs.at. Mehr als die Hälfte der Spendengelder sind durch das Gütesiegel abgedeckt.
Quellen: Public Opinion (2007/2008); Market (2008); NPO Institut (2009)


 
UNTERNEHMENSSPENDEN
Österreichs Unternehmen sind ebenso wie die ÖsterreicherInnen privat sehr spendenfreudig. Eine Umfrage des Instituts Public Opinion unter 423 Unternehmen (hauptsächlich Klein- und Mittelbetriebe KMUs) hat ergeben, dass im Jahr 2007 82% der befragten Unternehmen gespendet haben. Somit spenden die Unternehmen häufiger als der Durchschnittsösterreicher. Nur 9% der befragten Unternehmen gaben an Nichtspender zu sein. Konkret hängt die Spendenfreudigkeit wie auch bei den Privatspendern von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel geografische Lage, Beschäftigtenzahl oder Branche. Durchschnittlich spendeten Österreichs KMUs 593 Euro, hochgerechnet ergibt dies ein Volumen der Unternehmensspenden von etwas mehr als 120 Millionen Euro.

Unternehmen übernehmen soziale Verantwortung Österreichische Unternehmen sind sich ihrer sozialen Verantwortung sehr wohl bewusst und zeigen eine relativ hohe Bereitschaft sich sozial zu engagieren. Die befragten waren der Ansicht, dass sich Unternehmen besonders in den Bereichen Natur- und Umweltschutz, Katastrophenhilfe im Inland, Einhaltung der Menschenrechte und der Förderung von behinderten Menschen, aber auch für Kinder, Jugendliche und alte Menschen, sozial Bedürftige im Inland, die Förderung der Wissenschaft und für die Verbesserung der Lebensbedingungen in armen Ländern einsetzen sollten.

Aus welchen Gründen spenden Unternehmen?
Vier Motive dominieren als Beweggründe österreichischer Unternehmen zu spenden: humanitären Einstellung, Sympathie mit der jeweiligen Organisation, Solidarität mit Armen und Schwachen sowie die Überzeugungskraft des Hilfeaufrufs der Organisation. Wie auch Privatpersonen, spendeten Österreichs Unternehmen 2007 am häufigsten für Kinder und behinderte und kranke Menschen, aber häufiger als Privatpersonen für sozial Bedürftige und für Katastrophenhilfe in Österreich.

Welche Organisationen sind den Unternehmen am bekanntesten?
Wie auch bei den privaten Spendern sind den Unternehmen die großen Spendenorganisationen, allen voran die Caritas, das Rote Kreuz und SOS Kinderdorf am bekanntesten. Allerdings konnten die österreichischen Unternehmen spontan mehr Spendenorganisationen nennen als die befragten Privatpersonen. Die drei sympathischsten Organisationen sind – ebenfalls wie bei den Privatpersonen – SOS-Kinderdorf, das Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen.
Österreichs Unternehmen sind ebenso wie die ÖsterreicherInnen privat sehr spendenfreudig. Eine Umfrage des Instituts Public Opinion unter 423 Unternehmen (hauptsächlich Klein- und Mittelbetriebe KMUs) hat ergeben, dass im Jahr 2007 82% der befragten Unternehmen gespendet haben. Somit spenden die Unternehmen häufiger als der Durchschnittsösterreicher. Nur 9% der befragten Unternehmen gaben an Nichtspender zu sein. Konkret hängt die Spendenfreudigkeit wie auch bei den Privatspendern von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel geografische Lage, Beschäftigtenzahl oder Branche. Durchschnittlich spendeten Österreichs KMUs 593 Euro, hochgerechnet ergibt dies ein Volumen der Unternehmensspenden von etwas mehr als 120 Millionen Euro.

Unternehmen übernehmen soziale Verantwortung Österreichische Unternehmen sind sich ihrer sozialen Verantwortung sehr wohl bewusst und zeigen eine relativ hohe Bereitschaft sich sozial zu engagieren. Die befragten waren der Ansicht, dass sich Unternehmen besonders in den Bereichen Natur- und Umweltschutz, Katastrophenhilfe im Inland, Einhaltung der Menschenrechte und der Förderung von behinderten Menschen, aber auch für Kinder, Jugendliche und alte Menschen, sozial Bedürftige im Inland, die Förderung der Wissenschaft und für die Verbesserung der Lebensbedingungen in armen Ländern einsetzen sollten.

Aus welchen Gründen spenden Unternehmen?
Vier Motive dominieren als Beweggründe österreichischer Unternehmen zu spenden: humanitären Einstellung, Sympathie mit der jeweiligen Organisation, Solidarität mit Armen und Schwachen sowie die Überzeugungskraft des Hilfeaufrufs der Organisation. Wie auch Privatpersonen, spendeten Österreichs Unternehmen 2007 am häufigsten für Kinder und behinderte und kranke Menschen, aber häufiger als Privatpersonen für sozial Bedürftige und für Katastrophenhilfe in Österreich.

Welche Organisationen sind den Unternehmen am bekanntesten?
Wie auch bei den privaten Spendern sind den Unternehmen die großen Spendenorganisationen, allen voran die Caritas, das Rote Kreuz und SOS Kinderdorf am bekanntesten. Allerdings konnten die österreichischen Unternehmen spontan mehr Spendenorganisationen nennen als die befragten Privatpersonen. Die drei sympathischsten Organisationen sind – ebenfalls wie bei den Privatpersonen – SOS-Kinderdorf, das Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen.
 
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