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Feb 19

Erstellt von: Günther
19.02.2010 03:16 

 

17.2.10 Tulsa Oklahoma: Schon bei der Ankunft am Tulsa International Airport überraschen mich Volunteers, die hier orientierungslosen Touristen in die richtige Richtung leiten. Meistens bereits in der Pension arbeiten sie 1-2 Tage in der Woche hier am Flughafen und „have great fun“. Österreich undenkbar?

18.2.10 Booker T. Washington High School – ich trage heute vor: Um das amerikanische Schulsystem besser kennen zu lernen, bin ich eingeladen in der Schwerpunktklasse für Geschichte zu unterrichten („Cold War and Austria“). Die Booker T. Washington High School  gehört zu den besten des Landes. Natürlich wird auch über Fundraising geredet, schließlich ist es ein „must“, das jeder Schüler neben dem Unterricht noch volontiert. In der Schule als Mentor, im Zoo, bei den Pfadfindern etc. und ohne einen entsprechenden Nachweis einiger Tätigkeiten für die Gemeinschaft ist die Karriere bereits wieder beendet. Keine angesehene Universität würde eine Bewerbung ohne ehrenamtliches  Engagement akzeptieren. Fundraising ist Teil des Unterrichtes.

Association of Fundraising Professionals, Eastern Oklahoma, Lori Mathis-Long: Fundraiser gibt es in diesem Land wirklich viele – 2-3000 an Unis und Kirchen, 1000 in Sozialeinrichtungen (die Öl-Stadt Tulsa ist zwar eine reiche Stadt, hat aber nur 385.000 Einwohner, Oklahoma 3,4 Mio.), viele arbeiten ehrenamtlich. Der AFP motiviert seine Mitglieder unbedingt zu einem Fundraisingausbildung und der Zertifizierung.  Ethik, „Diversity“, Jugendarbeit stehen ebenso auf dem Programm wie Kongress und Seminare. Neu für mich – der Funder Roundtable, eine Einrichtungen die Großspender, Firmen und Stiftungen zum regelmäßigen Austausch auch über die Zusammenarbeit mit einzelnen NPOs einlädt. Neu auch „United Way“, eine Dachorganisation vieler NPOs, die Fundraising für seine Mitglieder durchführt (20 Mio. USD in 3 Monaten pro Jahr). Diese dürfen in dieser Zeit kein eigenes Fundraising durchführen. In Tulsa sind es vor allem die Firmen, die die „Gemeinschaften“ unterstützen. Neu für die Fundraisingarbeit mit Privatpersonen – multi-year pledge, Spendenzusagen über 4-5 Jahre oder der moonjar: http://www.moonjar.com/

Jewish Ferderation of Tulsa, Barry Abels, Guida Setton, Arthur M. Feldmann (Museum of Jewish Art):  “People are giving to people”, ist eine der zentralen Aussagen, die auch die Durchschnittsspende von 2.500 USD pro Jahr erklärt. Hier sitzt man dem Spender gegenüber und es gilt: Jeder der um eine Spende fragt, muss vorher selbst gegeben haben. Selbst die Volunteers am Telefon – sie fragen um 50 USD aufwärts – müssen vorher gegeben haben! „Was wäre wenn ein Spenden den Anrufer danach fragt?!“ Bereits Kinder ab 4 Jahre haben ihre Spendenboxen und werden dafür ausgezeichnet. Was sind die Erfolgsfaktoren? Spender erwarten mehr Wirkung durch ihre Spende sowie Anerkennung; Events und Kontakte zu Großspendern, die wiederum andere Großspender ansprechen und Vorstände („Give, get or get out!“) und natürlich die zahlreichen „Tax-vehicles“, die in den verschiedensten Formen steuersparend für den Spender wirken.

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